VON Tobias Reitz ZU Design | 16.07.2014
SCHLAGWÖRTER

Pizza, Bier und Usability-Testing

Das Konzept des Usability-Testessens ist schnell erklärt: Alle zwei Monate treffen wir uns in Darmstadt, um neue Produkte zu testen und testen zu lassen. Pizza, Bier und Räumlichkeiten stellen jedes Mal eine andere Agentur oder ein anderes Unternehmen. Gastgeber des dritten Usability-Testessens am 10. Juli war das Team von Schumacher – Visuelle Kommunikation. Ihr neues Büro bot die perfekte Testumgebung für fast 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Gesagt, getan

Ein Blick zurück: Als uns Philipp vom Mitfahrnetzwerk flinc im vergangenen Herbst von der Idee des Usability-Testessens erzählte, überlegten wir nicht lang: Ein regelmäßiger Austausch zum Thema Usability sowie die Möglichkeit, unsere Arbeit von unabhängigen Testern auf Nutzerfreundlichkeit überprüfen zu lassen, ist enorm wichtig, um uns als Webentwickler, Webdesigner und Webkonzeptioner im Allgemeinen und unsere Websites im Speziellen weiterzuentwickeln.

Gesagt, getan: Einige Wochen später saßen wir bei Pizza und Bier im quäntchen + glück-Büro. Philipp gab eine kurze Einführung in die zahlreichen Methoden des Usability-Testings, dann wurde getestet: Wir baten um einen kritischen Blick auf die Website der Centralstation Darmstadt, die sich damals in der Entwicklung befand. Den Testern gaben wir die konkrete Aufgabe, ein Ticket für eine bestimmte Veranstaltung zu kaufen und forderten sie auf, laut zu denken während sie durch die Seite navigieren. Die sogenannte „Thinking-Aloud-Methode“ half uns, zahlreiche Usability-Probleme zu identifizieren und zu beheben. Ohne das Testessen hätte die Seite heute beispielsweise ein kleineres Suchfeld und die Suchergebnisse wären in der mobilen Ansicht unter dem Kalender versteckt.

Speedtesting

Reichte beim ersten Testessen noch unsere gemütliche Sofaecke und ein paar rangerollte Bürostühle, musste es beim zweiten Gang schon der große Konferenzraum der Profilwerkstatt sein. Diesmal kamen auch Gäste, die das Thema Usability nicht zur Profession haben – ein großer Vorteil für das Testing.

Usability-Testessen in Darmstadt

Durch Website, Facebook-Gruppe und einen Vortrag beim mUX-Camp in Worms wuchs das Feld der Interessenten, weshalb wir beschlossen, dem dritten Testessen mehr Struktur zu geben: Auf ein kurzes Intro und die Stärkung am Pizza-Buffet folgte erst ein Vortrag von Fania Bremmer zur Usability von Online-Formularen, dann das Testen nach dem Speeddating-Prinzip. An acht Stationen wurden Websites, Software, Icons und sogar Geschäftsideen auf ihre Nutzerfreundlichkeit geprüft. Nach zehn Minuten wechselten die Tester zur nächsten Station oder nutzten die Pause zum Netzwerken oder einen Besuch in der kleinen Pop-up-Bibliothek mit Büchern zum Thema Usability. Das „Speedtesting“ gab dem Abend mehr Dynamik. Die Tests waren fokussierter und gut vorbereitet. Jedes Produkt wurde von mindestens sechs Personen getestet. Für quäntchen + glück untersuchten wir an diesem Abend die Nutzerfreundlichkeit und Wirkung der Websites der Kelterei Dölp (Beta) und der Kunst Archive (Beta), die sich derzeit beide in der Entwicklung befinden, und bekamen viele gute Anregungen und Verbesserungsvorschläge – vielen Dank an alle Tester!

Was wir vom Usability-Testessen gelernt haben

Was wir gelernt haben: Schon ein einfacher Usability-Test nach der Thinking-Aloud-Methode bringt wichtige Erkenntnisse für die Usability einer Website. Wenn zwei von fünf Testern die Navigation nicht sofort verstehen, einen Button oder das Suchfeld nur mit Mühe erkennen, müssen wir als Webentwickler und -konzeptioner handeln – denn vielen anderen Nutzern wird es ebenso gehen. Deshalb wollen und werden wir Usability-Tests noch tiefer in unseren Workflow integrieren.

Was wir außerdem gelernt haben: Mut zum Beta-Event. Es wurde nicht lang geplant, sondern einfach mal gemacht. Selbstkritisch wollen wir das Usability-Testessen gemeinsam mit Initiator Philipp, Anna von der Profilwerkstatt und weiteren Mitstreitern (meldet euch!) kontinuierlich weiterentwickeln. Das nächste Testessen findet in ca. zwei Monaten statt. Termin und Gastgeber werden in Kürze auf www.usability-testessen.de veröffentlicht – herzlich eingeladen seid ihr schon heute!

Tobias Reitz

Über den Autor

Tobias Reitz

Tobi ist Diplom-Online-Journalist, stolzer Papa und war vor elf-komma-ebbes Jahren Mitgründer von quäntchen + glück. Seitdem hat er nie das Unternehmen, wohl aber seine Jobs gewechselt. Erst entwickelte er Content- und Social-Media-Strategien, dann konzipierte er Websites, heute moderiert er Workshops – am liebsten Design Sprints – und begleitet Veränderungsprozesse. „Challenge the Status Quo“, steht auf einem seiner T-Shirts. Und das macht Tobi: mit seinen Kunden, mit quäntchen + glück und mit seinem Leben. Die neueste Challenge: Für den „Summer of Pioneers“ ist er mit Anna und den Kids aus dem urbanen Rhein-Main-Gebiet ins ländliche Nordhessen gezogen: sechs Monate Co-Living und Co-Working in Fachwerkidylle – auf der Suche nach der Zukunft von Land und Leben. Nur eines wird sich wohl nie ändern: Tobi gibt’s nur mit Batschkapp‘ auf dem Kreativkopf.

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