Feedback
on Speed

Speeddating + Mitarbeitergespräch = Speedback

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Feedback, in dem Hierarchie klein geschrieben wird

Das Mitarbeitergespräch, in Konzernen liebevoll MAG genannt, ist ein Klassiker in der Personalentwicklung. Und keine Frage, regelmäßige Gespräche zwischen Führungskraft und Mitarbeiter zu sperrigen Begriffen wie Zielvereinbarungen, Leistungsbeurteilungen, Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten sind wichtig. Auch bei quäntchen + glück gibt es bis heute Mitarbeitergespräche. Manchmal führen sie zu kleinen Veränderungen („Können wir nicht wöchentlich Obst fürs ganze Team bestellen?“), manchmal zu großen („Ich möchte lieber Entwicklerin als Office-Managerin sein!“).

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190 Gespräche. Ernsthaft?

Also was ist eigentlich das Problem? Es muss irgendwann 2014 gewesen sein, wir waren damals zehn quäntchen und fragten uns: Wann kritisiert die Entwicklerin den Konzepter, wann die Office Managerin die Designerin, wann der Praktikant den Gesellschafter? Kurz: Wie organisieren wir Feedback in einer Agentur, in der Hierarchie klein geschrieben wird? Die Lösung ist ein Remix: Im Speedback trifft Speeddating auf Feedback. Alle sprechen mit allen. Ohne Ausnahme. Jedes Paar hat zehn Minuten Zeit, sich gegenseitig Feedback zu geben, fünf für jede Person. Wie beim Speeddating wechseln nach jeder Runde die Paarungen – solange, bis wir alle Kombinationen einmal durch haben. Machte damals bei zehn quäntchen direkt mal 45 Gespräche, heute bei zwanzig quäntchen sind es schon 190.

Zehn Minuten Quality Time

Bleibt die Frage, warum wir „Digitalos“ auf dieses analoge Feedback-Format setzen, während andere längst auf webbasierte Tools wie Office-Vibe, Company-Mood oder 15five nutzen – und was das denn nun mit Digitalisierung zu tun hat? John Paul Kotter, Professor für Führungsmanagement an der Harvard Business School und Autor des Digitalisierungs-Standardwerks „Accelerate: Building Strategic Agility for a Faster-Moving World“ ist sich sicher: moderne Unternehmen brauchen ein „Dual Operating System” aus Netzwerkstrukturen und Hierarchie, denn hierarchische Systeme allein sind nicht gemacht für eine Welt, in der rasante Veränderung die Norm geworden ist.

Zehn Minuten Quality Time mit allen Kolleginnen und Kollegen – das ist Netzwerkarbeit, das bricht Silos auf, da entstehen Ideen. Und das klappt, so digital wir es gerne haben, am besten persönlich, wenn sich zwei Menschen in die Augen gucken und sich ehrlich Feedback geben, um sich gegenseitig besser zu machen.

Sie wollen auch Speedbacken?

Hier unsere wichtigsten Learnings und Tipps:

Auf die Vorbereitung kommt’s an

14 Tage vor dem Speedback erhält jedes Teammitglied Feedbackkarten – je eine für jedes weitere Teammitglied. Notiert, wird, was auf der Seele brennt: Was klappt in der Zusammenarbeit gut, was nicht? Was sind Stärken/Schwächen des anderen? Warum ist es total wichtig, dass er/sie im Team dabei ist? Welche Marotte nervt?

Nur fünf Minuten pro Person

Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und kalkulieren Sie ein, dass das Gegenüber auf die Kritik reagiert. Kritik konstruktiv und wertschätzend zu formulieren ist nicht einfach. Hilfreich kann es sein, vorher im Team gemeinsame Regeln festzulegen.

Den Akku nicht ausreizen

Ist das Team größer als zehn Personen, sollten Sie überlegen, das Format auf zwei Tage aufzuteilen. Denn so viel Spaß Speedback auch macht, so emotional fordernd sind die Gespräche.

Tools für einen reibungslosen Ablauf

Bei den einzelnen Stationen reicht es, wenn sie vier bis fünf Meter voneinander entfernt sind. Damit jeder weiß, wann er wo ist, sind personalisierte Laufzettel hilfreich. Und ein lautes akustisches Signal, das auf Halbzeit und Partnerwechsel aufmerksam macht.

Gemeinsam ausklingen

Wichtig ist auch ein gemeinsamer, positiver Abschluss: Nach einer Blitzlichtrunde gemeinsam Grillen und den Abend genießen, ist immer eine gute Idee.

Jan-Kristian Jessen

Ihr Ansprechpartner

Jan-Kristian Jessen

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