Produktidee?
Wir machen ein Problem draus!

Ideen zerpflücken mit quäntchen + glück.

Wir machen ein Problem draus!

Start-up destruction as a service

Marina und Peter planten ein gemeinsames Start-up und hatten dafür schon genau die richtige Produktidee. Umsetzen wollten sie sie mit uns. Doch vor der ersten Zeile Code musste die Idee drei Hürden überstehen: Thesen-Workshops, Zielgruppen-Interviews und Expert*innen-Sparrings. Und so wurde aus der Lösung ein Problem.

Kunde
zu gründendes Start-up
Branche
Personalwesen
Leistungen im Detail:
  • Interviews
  • Digitale Akzeptanztests (Fassaden)
  • journalistische Recherche
  • Geschäftsmodellentwicklung
  • Experten-Reviews
  • Analyseworkshop (Thesen)
  • Problemfeld-Interviews
  • Expert*innen-Sparrings

Immer mal wieder begegnet uns dieses Phänomen: Wir sitzen mit potenziellen Kund*innen im ab + zu, die Person gegenüber erzählt strahlend von ihrer neuen Produktidee – und bei uns leuchten nicht die Augen, sondern die Alarmlampen. Denn auf die Frage „Wie entstand denn das Konzept?” lautet die Antwort oft vereinfacht: „Wir hatten da diese tolle Idee und jetzt möchten wir sie umsetzen”

Die berühmte „grüne Wiese” ist nicht quäntchen-grün!

Wer unser Manifest gelesen hat (Punkt vier! Punkt fünf!) weiß: Der Wurm muss dem Fisch schmecken und Scheitern gehört zum Geschäft. Bedeutet: Die Menschen stehen für uns im Fokus und Ideen testen wir an ihnen so früh wie möglich. So minimieren wir Fehlinvestitionen und vermeiden „schwarze Löcher” – Produkte, bei denen erst nach Markteintritt klar wird, dass niemand sie braucht. Ausgefeilte Konzepte, die noch nie den eigenen Schreibtisch verlassen haben und ungetestet in die Umsetzung gehen sollen, lassen uns deshalb grundsätzlich aufhorchen.

Eine Idee und zwei Märkte

In diesem Fall saßen uns Marina und Peter – beide HR-Profis mit jahrelanger Erfahrung – mit leuchtenden Augen gegenüber und erzählten von ihrer Produktidee: Eine Matching-Plattform, auf der Hidden-Champion-Unternehmen mit hochklassigen Bewerber*innen zusammengebracht werden sollten. Ohne Stellenausschreibung, nur durch Initiativbewerbungen. Win-win-Situation für beide Seiten: Bewerber*innen entdecken unbekannte Unternehmen, unbekannte Unternehmen gewinnen an Sichtbarkeit und stocken ihren Talent Pool auf. Zusätzlich sollte Bewerber*innen die Arbeit mit der Bewerbung abgenommen werden. Lebenslauf, Anschreiben, Unterlagen – die Plattform sollte einen Service bereitstellen, der all das übernimmt und für eine schnelle Rückmeldung des Unternehmens sorgt. Finanziert durch jährliche Abonnements aus HR-Budgets. Zwei Zielgruppen mit ganz eigenen Arbeitsweisen, Vorstellungen und Vorlieben – über die wir noch zu wenig wussten.

Aus Tatsachen werden Thesen

Ungetestete Konzepte sind für uns vor allem eines: eine Sammlung von Thesen, die es an echten Zielgruppenvertreter*innen zu überprüfen gilt. Zuerst näherten wir uns gemeinsam diesen Zielgruppen an. Wer sind die Bewerber*innen, die die Plattform nutzen sollen? Welche Ziele haben sie? Welche Probleme könnten wir lösen? Die gleichen Fragen stellten wir uns zur HR-Zielgruppe. Recht schnell kamen wir zu dem Schluss, dass es fraglich ist, dass diese beiden Zielgruppen auf der Plattform genau das finden, was ihre Probleme löst. Zwei Beispiele: Möchte eine HR-Verantwortliche Geld für eine Plattform ausgeben, die ihr nur Initiativbewerbungen liefert – auch wenn es in ihrer Abteilung vielleicht keine funktionierenden Prozesse gibt, diese bestmöglich zu verwerten? Möchte eine Bewerberin wirklich die Formulierung ihres Anschreibens und Lebenslaufes aus der Hand geben, wenn sie für sie eigentlich wichtige Werkzeuge zur Selbstdarstellung sind? Diese Fragen konnten uns nur die Zielgruppen selbst beantworten.

Teamarbeit am Tisch
Nahaufnahme Hände auf einer Laptoptastatur
Mann an Whiteboard, sortiert Zettel

Hallo, was ist eigentlich Ihr Problem?

Die nächsten Wochen verbrachten wir am Telefon und sprachen mit Menschen, die zu unseren erarbeiteten Personas „Claudia” (HR-Teamleiterin eines Hidden Champions mit Personal- und Budgetverantwortung) und „Sandra” (potentielle Bewerberin, karriereorientiert, mit Leitungserfahrung) passten. Wir fragten sie nach Problemen in vergangenen Bewerbungsprozessen, ihrem Verständnis von Karriere, den Kriterien für interessante Bewerber*innen beziehungsweise Arbeitgeber*innen, ihren Erfahrungen mit Initiativbewerbungen und ihren digitalen Nutzungsgewohnheiten. Das Ziel dabei: bei beiden Zielgruppen Probleme bei Initiativbewerbungen identifizieren, die uns ein Signal geben könnten, in welche Richtung die Ausarbeitung der Plattform gehen könnte.

Icon

Initiativbewer- bungen sind kaputt

Viele Gespräche später festigte sich ein Bild: Initiativbewerbungen überfordern Personaler*innen und frustrieren Bewerber*innen. Keine Zielgruppe hielt Initiativbewerbungen für hilfreich. Zusätzlich bemerkten wir, dass die von uns erarbeitete Bewerberinnen-Persona nicht affin genug für digitale Services ist, die Arbeit an Lebenslauf und Anschreiben lieber selbst übernehmen möchte und von bisherigen Initiativbewerbungen vor allem frustriert war. Die Menschen unserer HR-Zielgruppe hingegen hatten kaum strategischen Einfluss in ihrem Unternehmen, konnten daher das Potenzial einer Initiativbewerbung für noch nicht offiziell ausgeschriebene Stellen nicht einschätzen und ließen die Kontakte deshalb eher im Sand verlaufen, anstatt mit ihnen einen Talent Pool aufzubauen. Der Initiativbewerbungsprozess ist kaputt.

Doppelte Ablehnung der Grundidee!

Fixen wir den Prozess?

Icon

Eine parallele Marktrecherche ergab, dass sich aktuell kein HR-Start-up mit Initiativbewerbungen beschäftigt. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Die These: Initiativbewerbungen treffen den aktuellen Zeitgeist von „Hire for attitude, train for skill”. Neue Jobs erfordern vor allem ein bestimmtes Mindset und kein Skillset und Initiativbewerbungen könnten eine Lösung dafür sein – wir hatten uns nur die falschen Zielgruppen ausgesucht.

Doch bevor wir in erneute Interviews starteten, gingen wir ins Sparring mit zweien, die den Markt genau kennen: Wolfgang Theymann (HR-Berater für den Mittelstand) und Anna Ott (HR-Start-up-Expertin). Nach zwei einstündigen Expert*innen-Interviews wurde klar: Es gibt einen Problemraum, dem wir uns annehmen könnten. Eine Produktidee, die künstliche Intelligenz mit Initiativbewerbungen verbindet und aus dem diffusen Datensatz einer Initiativbewerbung einen konkret verarbeitbaren Datensatz macht, den Personaler*innen begrüßen und mit dem wir den kaputten Bewerbungsprozess umgehen könnten. Sehr klug aber auch sehr technisch.

„Wir hatten kein Problem, bis ihr kamt. Aber wir bereuen nichts. Wir würden es immer wieder so machen.”

Unsere Kundin Marina und unser Kunde Peter waren während des ganzen Prozesses involviert. Erarbeiteten Personas, führten gemeinsam mit uns Interviews, sprachen mit Expert*innen, bemerkten mit uns gemeinsam, dass ihre initiale Idee nicht funktionieren würde, fanden neue Problemräume.

Als wir jedoch schließlich vor der Entscheidung standen, ob wir mit der neuen Lösungsidee in eine weitere Testphase starten sollten, entschieden sich beide dagegen. Warum? Wenn sie von der neuen Idee erzählten, strahlten ihre Augen nicht mehr. Es war nicht ihre. Bei all dem Fokus auf die Zielgruppe ist es vor allem das Herzblut, das ein Start-up ausmacht. Trotzdem schlossen Marina und Peter glücklich ihr Projekt ab: mit viel gewonnenem Wissen und einer vermiedenen Fehlinvestition.

Jacob Chromy

Ihr Ansprechpartner

Jacob Chromy +49 (0) 151 275 572 92

Diese Probleme
fanden wir auch toll

1 Das Problem

Lose! Wer kauft heute noch Lose?

Der Deutschen Fernsehlotterie geht es blendend. Noch. Denn die junge Zielgruppe kann nichts mit TV und Losen auf Überweisungsträgern anfangen.

2 Die Lösung

Systematische Innovation

Nicht nur mit klassischen Losen lässt sich das solidarische Miteinander stärken. Die Fernsehlotterie erfindet sich neu. Innovation mit System.

Kunde
Deutsche Fernsehlotterie
Branche
Soziallotterie
Leistung
Lösung umsetzen
Lose! Wer kauft heute noch Lose?
1 Das Problem

Keiner liest mehr Zeitung

Wir sollten die Online-Redaktion besser machen. Allein: Es gab gar keine Online-Redaktion.

2 Die Lösung

Der Journalismus der Zukunft

Selbst in der Redaktion stehen und mitarbeiten, ist ein eindrückliches Analysewerkzeug. Doch Verlage müssen nicht nur in der Redaktion umdenken.

Kunde
Oberpfalz Medien
Branche
Verlagswesen
Oberpfalz
1 Das Problem

Feedback gibt nur einer, der Chef und sonst keiner

Das klassische Mitarbeitergespräch ist gut und richtig. Doch wer weniger Hierarchie wagen will, braucht neue Feedbackformate.

2 Die Lösung

Speedback ist Feedback im Speeddating-Format

Im Speedback spricht jeder* mit jedem*. Von allen gelobt und gerügt zu werden, zeigt Wirkung und ist ein Innovationstreiber.

Kunde
quäntchen + glück
Branche
Sowas mit Medien
Leistung
Lösung umsetzen
Speedback
1 Das Problem

15 Erzieherinnen schwanger

Verrückt aber wahr: In Riedstadt wurden 15 Erzieherinnen gleichzeitig schwanger – und Ersatz war schwer zu finden.

2 Die Lösung

Recruiting-Kampagne auf Facebook

Stellenanzeigen müssen nicht dröge sein. Mit einer bunten Kampagne landeten wir einen Hit auf Facebook und konnten alle Stellen besetzen.

Kunde
Stadt Riedstadt
Branche
Stadtverwaltung, HR
Riedstadt
1 Das Problem

Niemand testete unsere Produkte

Usability-Tests gelten als aufwändig und teuer. In frühen Jahren testeten wir nicht nur wenig, sondern gar nicht. Nicht gut!

2 Die Lösung

Usability Testessen

Mit Pizza und Bier lockten wir Leute, die unsere Produkte testen sollten – und gründeten damit eine internationale Bewegung von Hamburg bis Wien.

Kunde
UX-Pionier*innen
Branche
alle!
Usability Testessen
1 Das Problem

Raum ist knapp, Kreativraum ist knapper.

Zwei Büros, nur Geld für eines – im Frühling 2015 passten nicht mehr alle Schreibtische in unser altes Büro. Doch hergeben wollten wir es nicht.

2 Die Lösung

Creative Space für alle.

Aus Herzblut und Altholz machten wir aus dem Büro einen Workshopraum für uns und für die Kreativen der Stadt. Den kann man mieten – nicht nur für Geld.

Kunde
quäntchen + glück
Branche
Irre Räumchen
ab + zu