VON Jan-Kristian Jessen ZU Täglich im Türmchen | 29.07.2014
SCHLAGWÖRTER

Drei Monate Auszeit:

Warum machst Du das, Jan?

Ich tausche meinen Bürostuhl gegen Freizeit ein: Von August bis Oktober reise ich durch Europa. Ohne Laptop, ohne Meetings, ohne Arbeit.

Als Kersten vergangenes Jahr plante, für fünf Wochen durch Argentinien zu reisen, sagte ein guter Freund der Agentur: „Es zeichnet Sie aus, dass dies bei Ihnen möglich ist. Hätte ich meinen Job für solch einen Zeitraum verlassen, wäre ich nach meiner Rückkehr ohne gewesen.“ Die Aufgaben wären an Kollegen verteilt worden, die diese nicht mehr hergegeben hätten.

Diese Sorgen hatte Kersten nicht. Und auch ich habe sie jetzt nicht. Im Gegenteil: Ich bin voller Vorfreude. Vorfreude auf meine Reise. Und Vorfreude auf meine Rückkehr. Ich bin unheimlich gespannt, was in meiner Abwesenheit und danach alles passiert.

Bis dahin werde ich viele Ecken Europas kennenlernen. Vielleicht auch darüber hinaus. Das ergibt sich im Laufe des Trips. Durch Blind-Booking-Flüge, Züge, Fernbusse, Mitfahrgelegenheiten, Couchsurfing und Airbnb bleibe ich flexibel. Wobei diese Gelassenheit ein wenig fremdbestimmt ist, zugegeben. Aus Gründen geht mein ursprünglicher Plan, die drei Monate in Israel zu verbringen, nicht auf. Weniger planen, mehr auf mich zukommen lassen: Das hatte ich mir eigentlich als Erfahrung aus der Zeit erwünscht. Dass es jetzt schon in die Richtung geht: um so besser.

Kennenlernen möchte ich auch viele neue Menschen. Weshalb Mitfahrgelegenheiten und Couchsurfing hoch im Kurs stehen. Gleichzeitig mein Englisch verbessern, die Entwicklung von quäntchen + glück reflektieren, Fußball schauen, für mich noch unbekannte Kulturen und Lebensweisen entdecken, verpasste Gelegenheiten aus Schul- und Studiumszeiten nachholen, eine unbeschwerte Zeit genießen: Die Antworten auf die häufig gestellte Frage „Warum machst Du das?“ fielen immer wieder anders aus. Vielleicht weil es schwierig in Worte zu fassen ist; dieses Gefühl, es einfach unbedingt machen zu wollen.

Kersten war nach seiner Rückkehr so schnell wieder integriert, dass es sich am zweiten Tag schon so angefühlt hat, als wäre er nicht weggewesen. Wobei, nicht ganz: Er war entspannter und voller Lust auf die nächsten Projekte in der Agentur. Und das passt zu uns: Wir wünschen uns ein ausgeruhtes Team, kein ausgebranntes.

Und wie es mit mir nach den drei Monaten weitergeht? Da halte ich es mit Paulchen Panther: Ich komm wieder, keine Frage.

Jan-Kristian Jessen

Über den Autor

Jan-Kristian Jessen

Jan ist verrückt. Verrückt nach Fußball. Und bescheiden: Sein Herz gehört keinem der großen Vereine, sondern den Sportfreunden aus Siegen. Mindestens genau so sehr schlägt es für das geschriebene Wort. Zeichen um Zeichen, immer auf der Suche nach der richtigen Formulierung. Bei quäntchen + glück ist er der Finanz-Minister.

Mehr

Hier gibt's noch
mehr Lesestoff

Hier findest du die neusten Posts von Jan-Kristian an.

Jan-Kristian Jessen
VON Jan-Kristian Jessen
ZU Aktuelles

Eine Woche Tel Aviv – wen sollten wir treffen?

Kersten und Jan sind Anfang Mai eine Woche in Israels (Tech-)Startup-Zentrum. Wen sollten sie dort treffen? Wir freuen uns über jeden Tipp und Kontakt!

Jan-Kristian Jessen
VON Jan-Kristian Jessen
ZU Allgemein

Bei Anruf T-error: Rhetorisch weiterbilden am Arbeitsplatz

In telefonischen Rollenspielen simulieren wir Konflikte mit Kunden und reflektieren die Ergebnisse mit einem Coach.

Jan-Kristian Jessen
VON Jan-Kristian Jessen
ZU Allgemein

Praktikantin gesucht – Generalistin gefunden

Über das Communication Camp zu quäntchen + glück, über das Studium zur Generalistin: Unsere neue Praktikantin Aileen stellt sich vor.