VON Tobias Reitz ZU Lösungen | 07.07.2011
SCHLAGWÖRTER

Gute Party? Grüne Party!

Die Organic Disco auf Jump-Schultour

Zwei Wochen lang war quäntchen + glück mit dem Radiosender Jump auf Schultour. Im Workshop „Organic Disco at Home“ zeigten wir den Schülern, dass gute Partys und Klimaschutz kein Gegensatz sein müssen.

„Habt ihr Lust euch die Hände schmutzig zu machen?“ „Jaaaaa!“, tönt es aus allen Reihen und während die Klassenlehrerin ob der anstehenden Sauerei sorgenvoll das Gesicht verzieht, hat Kersten schon die ersten Häufchen Erde, Samen und Lehm auf den mit Zeitung bedeckten Tischen verteilt.

Statt Mathe, Deutsch oder Biologie steht heute „Organic Disco“ auf dem Stundenplan. Wir wollen zeigen, dass man gute Partys auch umweltfreundlich feiern kann. Und zum krümelnden Abschluss des Workshops gibt es eine kleine Einführung ins Guerilla Gardening. Learning by Doing. Wir bauen Samenbomben.

Vorsichtig bekommt jeder Schüler etwas Wasser aufs Erdgemisch geträufelt. Sie kneten und formen es zu golfballgroßen blumigen Bomben. Helmut Kohl wäre stolz auf uns – zwei Tage später auf Brachflächen geschmissen, werden aus dem Jump-Sendegebiet blühende Landschaften.

Zehn Schulen in Thüringen und Sachsen-Anhalt besuchten wir in den letzten beiden Juni-Wochen. Es sind die Wochen zehn und elf der Jump-Schultour. Unter dem Motto „Wieviel CO2 verträgt gute Musik?“ führte uns der Dienst-Roadtrip nach Sonneberg, Hildburghausen, Wurzbach, Gräfenhainichen, Bleicherode, Zeulenroda-Triebes, Wolfen, Wernigerode, Merseburg und Halle.

Im Workshop, im Auftrag des MDR speziell für die Schultour entwickelt, wollen wir unsere Vision auf die Partywelt von Kindern und Jugendlichen übertragen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in der Organic Disco Klima und Ressourcen geschont werden können, sondern auch beim Geburtstag in den eigenen vier Wänden oder der anstehenden Abi-Party.

Im Mittelpunkt des Workshops stehen zwei Fragen: Was gehört zu einer guten Party? Und was können wir tun, dass all das, was eine Party gut macht, umweltfreundlicher ist. Einladungen und Geschenkverpackungen, gebastelt aus alten Zeitungen, sind persönlicher und besser als gekaufte Karten und Geschenkpapier. Getränke in der Badewanne ebenfalls kühl und besser als ein zusätzlicher Kühlschrank. Eine bunte Motto-Party besser als Girlanden, Konfetti und Luftballons, die am nächsten Tag im Mülleimer landen. Wir stellen nachhaltige Party-Konzepte vor: Die Kleidertauschparty, den Parking-Day und den Carrotmob, dessen Erfinder Brent Schulkin wir auf der KarmaKonsum-Konferenz kennenlernen und interviewen durften.

Die vielen Ideen, die von den Schülern eingebracht und von uns ergänzt wurden, zeigen, dass man zu guter Musik auch ohne (oder zumindest mit weniger) CO2 feiern kann. Wir bedanken uns herzlich bei MDR-Jump und allen beteiligten Schulen für zwei tolle Wochen in Thüringen und Sachsen-Anhalt, bei Anke Schuhardt, die uns auf der Tour als Referentin unterstützt hat, und natürlich bei allen, die uns geholfen haben, keine Samenbomben-Sauerei-Spuren zu hinterlassen.

Ach so, da wir gerade dabei sind. Wir stecken mitten in den Vorbereitungen für den nächsten Streich: Am 9. September 2011 holen wir den leuchtenden Tanzboden wieder hervor und feiern die nachhaltigste Party der Stadt! Organic Disco II mit Ricoloop, DJ Thomas Hammann und dem Sustainable Dance Floor.

Tobias Reitz

Über den Autor

Tobias Reitz

Tobi ist Diplom-Online-Journalist, stolzer Papa und war vor elf-komma-ebbes Jahren Mitgründer von quäntchen + glück. Seitdem hat er nie das Unternehmen, wohl aber seine Jobs gewechselt. Erst entwickelte er Content- und Social-Media-Strategien, dann konzipierte er Websites, heute moderiert er Workshops – am liebsten Design Sprints – und begleitet Veränderungsprozesse. „Challenge the Status Quo“, steht auf einem seiner T-Shirts. Und das macht Tobi: mit seinen Kunden, mit quäntchen + glück und mit seinem Leben. Die neueste Challenge: Für den „Summer of Pioneers“ ist er mit Anna und den Kids aus dem urbanen Rhein-Main-Gebiet ins ländliche Nordhessen gezogen: sechs Monate Co-Living und Co-Working in Fachwerkidylle – auf der Suche nach der Zukunft von Land und Leben. Nur eines wird sich wohl nie ändern: Tobi gibt’s nur mit Batschkapp‘ auf dem Kreativkopf.

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