VON Anna Groos ZU Newsletter | 09.04.2026
SCHLAGWÖRTER

Facilitation Snackletter #6

Frische Luft, volle Trainings und ein gerader Tape-Riss

Schon lange im Postfach, ab heute auch im Blog!

Hallo Freund*innen der Snacks und Facilitation,

wenn die Kalender voll sind, bleiben die Köpfe an den kleinen Dingen kleben: zum Beispiel an der Frage, warum Tape seit Jahren mit uns reist, aber oft so schlecht reißt. Wenn ihr euch das auch fragt, werdet ihr euch über diese Ausgabe des Facilitation Snackletters freuen.
Wir servieren eine gemischte Tüte und füllen rein: einen einfach-genialen Tape-Trick, eine selbstgebaute Matrix, ein ausgebuchtes Training mit Nachschlag im Sommer, einen methodischen Spaziergang, frische Luft als unterschätztes Workshop-Tool und unseren liebsten Schüttel-Energizer.

Los geht’s!
eure quäntchen

  1. Gelernt: Der Facilitation-Tape-Trick
  2. Erweitert: Delegation-Poker-Matrix
  3. Neu gedacht: Facilitation Training und Deep Dives
  4. Angeschafft: Frische Luft im Workshopraum
  5. Ausprobiert: Stadtführungs-Karaoke
  6. Gemischte Tüte: Knackige Energizer zum Ausprobieren und Nachmachen
  7. Gesalzene Links: Podcasts, Interviews und was wir sonst noch teilen wollen

1. Gelernt: Der Facilitation-Tape-Trick

Tape gehört bei uns zur Grundausstattung für schöne und sinnvolle Workshop-Räume und trotzdem konnten wir erstaunlich lange etwas nicht: es gerade abreißen.

Jetzt können wir auch das! Im Facilitape-Training hier bei uns in der queststadt haben Lena und Philipp diesen simplen Super-Trick gelernt: Karten für klare Kanten!

Seitdem reißen wir Tape gerade ab – ob mit Facilitape- oder Krankenkassen-Kärtchen. Fotos dazu gibt’s auf LinkedIn.

Darstellung einer Entscheidungsmatrix angelehnt an Delegation Poker

2. Erweitert: Delegation-Poker-Matrix

„Wer entscheidet eigentlich?” Diese Frage taucht explizit oder implizit oft in unseren Mandaten auf. Denn Organisationen müssen Aufgaben aufteilen und Abteilungen bilden, um Komplexität zu bewältigen. Und das führt manchmal zu: Subkulturen, Silodenken, lokalen Rationalitäten.

Wenn die Probleme zu groß werden, werden wir für einen „Schnitt- oder Nahtstellen-Workshop“ angefragt. In diesem Fall von den Führungskräften zweier Bereiche eines großen Unternehmens – nennen wir sie Abteilung A und Abteilung B.

Beim Stichwort „Entscheidungen“ mussten wir an das Delegation Poker aus dem Management 3.0 denken. Das Kartenspiel hilft Führungskräften und ihren Teams, Entscheidungssituationen differenziert zu klären und Prinzipien abzuleiten.
Doch hier ging es nicht nur um Führungs- und Arbeitsebene, sondern auch um zwei Abteilungen – vier Perspektiven also. Um die Fragen „wer entscheidet?“ und „wie entscheiden wir?“ nicht nur auf der Achse „Team – Führungskraft“, sondern auch auf der Achse „Abteilung A – Abteilung B“ klären zu können, machten wir aus den Delegation-Poker-Karten eine Delegation-Poker-Matrix.

Wie beim klassischen Delegation Poker sammelten die Teilnehmenden zunächst Entscheidungssituationen, um dann die relevantesten von ihnen mit Hilfe der Matrix zu klären. Nach der Frage „Wer entscheidet in dieser Situation?” setzten sie gleichzeitig Spielsteine auf die Matrix. Aber nur selten auf dasselbe Feld.
Jede Platzierung ergab Sinn – aus der jeweiligen Rolle und Rationalität heraus. Die Methode half, die Perspektiven zu verstehen und Muster zu erkennen. So wurde zum Beispiel deutlich, dass die Führungsebene deshalb in vielen Situationen für Entscheidungen zu Rate gezogen wird, weil auf Arbeitsebene ein gemeinsamer Kriterienkatalog fehlt, um Situationen objektiver zu bewerten – der wird jetzt im nächsten Workshop erarbeitet.

Unser Fazit: Die Delegation-Poker-Matrix kann nicht jede Entscheidungssituation zwischen Abteilungen und Führungskräften klären. Aber sie kann das Thema Entscheidungen an Schnittstellen besprechbar und beobachtbar machen.

3. Neu gedacht: Facilitation Training und Deep Dives

In unserem Facilitation Training geben wir unser Wissen und unsere Erfahrung aus jährlich über hundert Moderationen weiter. Weil das Training im April so schnell ausgebucht war, legen wir im Sommer nach: Für den Termin am 2. und 3. Juli sind noch Plätze frei. Direkt buchen kannst du deinen Platz hier.

Und weil nicht nur wir, sondern viele von euch immer tiefer eintauchen wollen in die fabelhafte Welt der Facilitation, entwickeln wir gerade Deep-Dive-Formate für erfahrene Facilitator*innen. Wir können uns nur noch nicht entscheiden, wo wir zuerst eintauchen wollen. Wer uns bei der Deep-Dive-Themenfindung helfen mag, hat bei einer bereits geschlossenen Umfrage mit abgestimmt!

4. Angeschafft: Frische Luft im Workshopraum

Hier kommt ein Facilitation Snack, der vielleicht eher in die Kategorie Grundnahrungsmittel fällt. Und wenn ihr jetzt sagt, von Luft und Liebe könne niemand leben, sagen wir: Mit sauberer Luft können mehr Menschen unsere Workshops erleben. Was wir eigentlich erzählen wollen: Wir haben endlich nachgerüstet und Luftfilter für die queststadt angeschafft. Wen Modell und Erfahrungswerte interessieren, schreibt uns einfach. Vielleicht ist das hier ja ein Schubs in Richtung bessere Raumluft.
Danke an Daniela Schubert für den LinkedIn-Impuls, der das Thema bei uns nochmal nach vorn geschoben hat.

Bild einer Gruppe, die durch die verschneite Straße einer Altstadt läuft mit

5. Ausprobiert: Stadtführungs-Karaoke

Wir lieben Offsites. Nicht nur, weil Teams außerhalb der eigenen Organisationsmauern die Ruhe finden, um an ihren Zielen, ihrer Arbeit und Zusammenarbeit zu arbeiten. Auch, weil uns diese Offsites neue Orte und Städte entdecken lassen. Zuletzt: Göttingen.

Das haben Philipp und Theresa gemeinsam mit dem Marketing-Team des NVV entdeckt bzw. entdecken lassen – mit Stadtführungskaraoke. Das funktionierte wie PowerPoint-Karaoke, nur mit Gebäuden statt Folien. Eine Person erklärte, was sie noch nie zuvor gesehen hat. Mal plausibel, mal kurios – immer kreativ und überzeugend.
Wichtig: Alle durften, niemand musste und am Ende hatte Theresa die Fakten in der Hinterhand.

Das Spannende an der ungewöhnlichen Stadtführung: Die Gruppe schaute genauer hin als bei jedem normalen Spaziergang, weil alle auf der Suche nach dem nächsten möglichen Witz waren. Ergebnis: Lacher, Running Gags für den Rest des Offsites und ein Team, das danach wieder richtig Lust auf Drinnen hatte.

Im Post auf LinkedIn gibt es in den Kommentaren noch viele weitere Outdoor-Methoden zu entdecken.

Illustration eines tanzen Post-its mit fliegenden Noten in der Luft und dem Schriftzug „Post-it-Schüttler“

6. Gemischte Tüte: Knackiger Energizer zum Ausprobieren und Nachmachen

Der Post-it-Schüttler ist gerade unser liebster Energizer, wenn’s schnelle Energie braucht.

Du brauchst: schüttelwillige Personen und pro schüttelwilliger Person 10 bis 15 Post-its (am besten beschriebene, die nicht mehr gebraucht werden).
Die Post-its kleben sich alle überall dort an, wo sie halten: an Pullis, Hosen, Mützen, Hände.
Und dann wird wird geschüttelt, gehüpft, gedreht, gerannt und Menschen, die eben noch über ernsthafte Dinge diskutiert haben, kämpfen jetzt ernsthaft mit Papier am Rücken. Wer zuerst zettelfrei ist, hat gewonnen.

Das sieht nach Quatsch aus (und ist es auch) – aber es wirkt!

Anna Groos

Über den Autor

Anna Groos

Was Anna ausmacht, ist ihr Gespür für Menschen.

Das merken unsere Kund*innen, wenn Anna in Zielgruppen-Interviews – Empathie voraus – nach dem Problem forscht, aus dem sich rentable Produkte entwickeln lassen. Wenn sie bei der Suche nach neuen Geschäftsmodellen vehement aus Sicht der Zielgruppe argumentiert (und damit schon so manchen Startup-Traum hat platzen lassen). Wenn sie gemeinsam mit Teams herausfindet, wie sie wirklich wirklich arbeiten wollen. Wenn sie in Workshops eine angenehme Atmosphäre schafft, die sich fast schon nicht mehr wie Arbeit anfühlt. Oder wenn sie genau die richtigen Menschen findet, um große Ideen Realität werden zu lassen.

Das merken wir quäntchen, wenn Annas Antennen winzigste Unstimmigkeiten im Team in nullkommanix erspüren. Wenn sie uns ansteckt mit ihrer Begeisterung für ihre Herzthemen: Klimaschutz, Feminismus und schöne Sprache. Wenn sie Teamabende organisiert, weil sie findet, das sei jetzt aber mal wirklich wieder an der Zeit. Wenn sie sich Event-Formate ausdenkt, die Menschen wirklich zusammenbringen.

Wir könnten sagen, Anna ist eine super Produktentwicklerin, Event-Erfinderin, Texterin und Netzwerkerin. Wir sagen aber einfach: Anna mag Menschen.

Mehr

Hier gibt's noch
mehr Lesestoff

Hier findest du unsere neusten Posts.

Anna Groos
VON Anna Groos
ZU Newsletter

Facilitation Snackletter #5: Herbsturlaub und Hochbetrieb

Zwischen Bahnsteigen, Besprechungsräumen und Begegnungen bleibt gerade wenig Stillstand – aber viel Stoff zum Teilen.

Anna Groos
VON Anna Groos
ZU Newsletter

Facilitation Snackletter #4: KI überall

Viel Spaß beim gar nicht so künstlichen Sonder-Snackletter

Isabelle Rinne
VON Isabelle Rinne
ZU Facilitation

Die Zukunft sitzt mit am Tisch

Wie wir mit GPT-Avataren einen Teamtag moderierten – und dabei Zukunftsperspektiven in den Workshop holten, die sonst gefehlt hätten.