VON ZU Newsletter | 15.01.2026

Facilitation Snackletter #5:

Herbsturlaub und Hochbetrieb

Schon lange im Postfach, ab heute auch im Blog!

Der Herbst ist da und mit ihm der Jahresendspurt.

Wir wuseln durch die Republik, moderieren, begleiten, dokumentieren, lernen.

Zwischen Bahnsteigen, Besprechungsräumen und Begegnungen bleibt gerade wenig Stillstand – aber viel Stoff zum Teilen (unter anderem der VVK-Start für die KOON26, hurra!).

Bevor das Jahr flippt, bevor neue Projekte starten und alte zu Ende gehen, kommt hier eine Portion herbstlicher Snacks: frisch aus der Praxis, leicht verdaulich, mit viel Liebe angerichtet.

  1. Gelernt: Unsere Learnings aus dem Recruiting-Prozess
  2. Gefragt: Steckbriefe als Kennenlern-Methode
  3. Gebaut: Vom Workshop zur Messe in 10 Minuten
  4. Geblitzt: Polaroid-Hack für Großgruppen
  5. Gegriffen: Haptische Check-ins
  6. Gesprochen: Sprachnachrichten als Workshop-Doku und Reflexions-Tool
  7. Gefahren: Bus nämlich – und zwar den Testbus
  8. Gegangen: sind wir und haben dabei über den eigenen Ausstieg reflektiert
  9. Gesucht: und zwar der Termin für das nächste Facilitation Training
  10. Gemischte Tüte: knackige Energizer zum Ausprobieren und Nachmachen
  11. Gesalzene Links: Podcasts, Interviews und was wir sonst noch teilen wollen

1. Gelernt: Unsere Learnings aus dem Recruiting-Prozess

Wir haben ein neues quäntchen gesucht, dabei einiges anders gemacht und auf LinkedIn darüber geschrieben.
Statt der Frage nach Lebenslauf und Anschreiben gab’s diesmal nur einen Fragebogen. 15 Minuten, klare Fragen, kein Upload, keine Fotos und Förmlichkeiten.

Unser Ziel: weniger Bauchgefühl, mehr Relevanz. Wir wollten wissen, wie jemand Gastgeber*in sein möchte, welche Ideen sie oder er in Marketing und Kommunikation mitbringt, und wie Verantwortung gelebt wird – nicht, auf welche Grundschule die Person gegangen ist.

Das Ergebnis: 20 Bewerbungen in einer Woche. Wir bekamen faire Eindrücke, hatten weniger Aufwand und konnten uns schnell aufs Wesentliche konzentrieren.

Und das Beste: Wir haben nicht nur viel gelernt. Einige Fragebögen führten zu Gesprächen, einige Gespräche zu Treffen und ein Treffen zur Festanstellung! Das neue quäntchen startet zum Dezember und wir glauben an ein ziemlich gutes Match! Willkommen im Team, Jasmin!

2. Gefragt: Steckbriefe als Kennenlern-Methode

Was willst du mal werden? „Facilitatorin“ stand wohl in keinem Freundebuch.
Und trotzdem holen wir genau diese Freundebücher zurück: als Steckbriefe im Workshop. Das Format ist simpel, aber wandelbar. Beim Kennenlernen helfen Steckbriefe, Gespräche zu öffnen, die sonst selten entstehen: Was ist dein unnützes Talent? Womit kommst du gut in den Tag?

In anderen Kontexten helfen Steckbriefe, Ideen zu sammeln: Wer bringt welche Perspektiven, Netzwerke oder Themen mit? Wenn alle ihr Wissen sichtbar machen, werden Ressourcen greifbar – und Innovation entsteht dort, wo sich Interessen treffen.

Auch auf Messen oder bei Netzwerktreffen können Steckbriefe helfen. Wenn alle Teilnehmenden denselben Steckbrief ausfüllen und diese dann sichtbar im Raum hängen, schafft das Augenhöhe, weckt Neugier und vereinfacht das Kontakteknüpfen.

Mehr Ideen, wie Steckbriefe in Workshops funktionieren, gibt’s in den Kommentaren auf LinkedIn!

3. Gebaut: Vom Workshop zur Messe in 10 Minuten

Ein Raum mit Stuhlkreis, mit einem Tisch in der Mitte. Illustration mit einer Sprechblase mit einem Tisch und einer Vase darauf.

„Ihr macht aus dieser Konferenz jetzt eine Messe. Ohne Roll-up, ohne Stehtisch. Zehn Minuten Zeit. Los geht’s!“

Ein riesiger Stuhlkreis, viele Poster und drei Fragen: Was bewegt mich und meine Organisation? Wozu kann ich anderen einen Rat geben – und wozu brauche ich selbst einen? So einfach startete beim Runden Tisch Ausbildung eine spontane Messe, die Menschen aus Unternehmen, Schulen, Trägern und Behörden zusammenbrachte. Nach drei Runden Besuchen an den Poster-Messeständen kannten alle die Kompetenzen und Herausforderungen im Raum.

4. Geblitzt: Polaroid-Hack für Großgruppen

Was ist überbelichtet und trotzdem toll? Das Sofortbild!

Unsere Polaroid-Kamera hat Karriere gemacht – vom Party-Gadget zum Workshop-Tool. Bei einem Barcamp half sie, Sessiongeber*innen im Gedächtnis zu behalten: einfach das Polaroid neben die Session hängen. Und in großen Gruppen sorgt sie für Gesichter zu Namen – mit Steckbrief-Galerien, die Beziehungen sichtbar machen.

Bonus: Ein Polaroid ist ein Gesprächsanlass. Vor allem, wenn’s nach der Veranstaltung mit einem kleinen Dankesschreiben per Post kommt.

5. Gegriffen: Haptische Check-ins

🦖 Check-in mit Dino? Check!
Klar, wir können zum Check-in einfach nur eine Frage stellen – aber manchmal hilft es, wenn auch die Hände etwas zu tun haben.

Ob Bildkarten, Spielzeug oder Mitbringsel: Haptische Check-ins schaffen Zugang, wo Worte stocken. Ein altes Ruderboot auf einer Karte kann mehr erzählen als ein Adjektiv. Ein Playmobil-Dino kann den Stress vor einer Deadline besser ausdrücken als jede Skala. Und ein Küchenquirl im Zoom-Bild kann eine ganze Runde zum Lachen bringen. Check-ins dürfen greifbar sein – im wörtlichen Sinn.

In den Linkedin-Kommentaren gibt es noch eine ganze Reihe Ideen für handfeste Check-ins. Schau doch mal durch!

6. Gesprochen: Sprachnachrichten als Workshop-Doku und Reflexions-Tool

„Memo an mich selbst: Das war wichtig.“
In einem zweitägigen Transformations-Workshop haben wir Teilnehmende gebeten, ihre Gedanken als Sprachnachricht festzuhalten. Nach jeder Arbeitseinheit raus aus dem Raum, kurz durchschnaufen, Mikro an. So entstanden Mini-Audios: spontan, echt, direkt aus dem Moment.

Sie lassen sich nachhören, transkribieren oder sogar von KI auswerten – und erzählen, was oft im klassischen Fotoprotokoll verloren geht.

Einer der Teilnehmenden erzählte uns einige Wochen später, er habe die Sprachnotizen nie abgehört. Das sei aber auch gar nicht nötig gewesen, denn durch das bewusste Formulieren während des Workshops, konnte er sich die wichtigsten Take-Aways viel besser merken.

Unser Fazit: Gedanken bleiben frisch, wenn wir sie uns direkt selbst erzählen.

7. Gefahren: Bus nämlich – und zwar den Testbus

Wie sieht eigentlich die Zukunft des ÖPNV aus? Antworten suchten wir dort, wo sie hingehören: im Bus. Gemeinsam mit der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft AG haben wir einen Linienbus zum mobilen Ideenlabor gemacht.

An mehreren Teststationen konnten Fahrgäste ausprobieren, wie KI den Kundenservice künftig verbessern könnte – von intelligenten Haltestellen bis zu persönlichen Empfehlungen auf dem Display.

Und weil zu jedem guten Testlauf auch eine Prise Kreativität gehört, saß mitten im Bus unser Kollege Daniel – nicht als Ticket- sondern als Illustrations-Automat.

Die Tester*innen füllten kleine Prompt-Zettel aus – etwa: „So wünsche ich mir das Busfahren im Jahr 2035“. Daniel zeichnete live, was ihm dazu einfiel, und spuckte die Zukunft als handgezeichnete Sofort-Illustration wieder aus.

So entstand eine kleine Ausstellung auf Rädern: voller Ideen, Gesichter und Zettel, die zeigten, wie nah Zukunft manchmal schon ist.

Im Linkedin-Post gibt’s eine kleine Gallerie mit den schönsten Ergebnissen aus dem Illustratiomat.

8. Gegangen: sind wir – und haben dabei über den eigenen Ausstieg reflektiert

Bei unserem letzten Strategietag haben wir beim Gehen übers Gehen gesprochen. Die Frage „Wie wünschst du dir deinen Abschied, wenn du dein Team verlässt?” hat uns einen Spaziergang lang begleitet.

Nicht unbedingt deshalb, weil jemand gehen wollte, sondern weil jedes Ende Aufmerksamkeit verdient.

Vom ersten Gespräch bis zum Onboarding ist bei uns vieles sehr gut durchdacht. Doch der Abschied war bislang Gefühlssache. Jetzt nehmen wir uns dem Ende an – aus so vielen Perspektiven wie möglich.

9. Gesucht: der Termin für das nächste Facilitation Training

Im September luden wir zu zwei Tagen Facilitation Training in Präsenz ein. Von “Es war einfach grOOßartig” bis hin zu “Ich bin wirklich begeistert, was für einen Unterschied ein gut facilitiertes Training macht” durften wir später wundervolles Feedback der Teilnehmenden lesen.

Wir sind uns alle einig, dass wir ganz bald in die nächste Runde gehen wollen!

Nur das Datum fehlt.

Wenn du also Meetings moderierst, Workshops leitest oder einfach wissen willst, wie Gruppen leichter ins Arbeiten kommen: Trag dich in unsere Liste ein. Dann finden wir gemeinsam den nächsten Termin.

Und wenn du noch mehr wundervolles Feedback lesen magst: Frag einfach die Teilnehmenden der ersten Runde, die fleißig auf LinkedIn unseren Post kommentiert haben.

10. Gemischte Tüte: knackige Energizer zum Ausprobieren und Nachmachen

Heute in der Tüte: Portrait-Roulette!

Wir starten mit zwei Stuhlkreisen – einem Innen- und einen Außenkreis. Es sitzen sich immer zwei Personen gegenüber. Der Außenkreis bekommt die Aufgabe, den Innenkreis zu portraitieren.

Der Clou: Immer wenn die Moderation „Weiter“ sagt, bleibt das Klemmbrett liegen und der Außenkreis rotiert einen Stuhl weiter. Dort nimmt sie sich das Klemmbrett und zeichnet das Portrait, das sie vorfindet, weiter.

Am Ende entstehen gemeinschaftlich gezeichnete Portraits. Kleiner Tipp: Gebt Stifte in unterschiedlichen Farben aus, das verstärkt den Effekt. Vielen Dank an Thomas Lahnthaler, in dessen Training wir diesen Energizer erstmals erleben durften!

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