VON Tobias Reitz ZU Design | 09.08.2016
SCHLAGWÖRTER

Ein Koffer voll Methode –

wie wir bei quäntchen + glück Websites konzipieren

Wenn wir Websites konzipieren, arbeiten wir mit verschiedenen Kreativtechniken, um Personas, User Stories, Navigation und Paper Prototypes zu erstellen. Immer dabei: unser Workshop-Koffer!

Eine gründliche Analyse ist der Grundstein für ein erfolgreiches Projekt. Nur wenn wir Unternehmen, Zielgruppe und Kommunikationsziele kennen und verstehen, können wir die passenden kreativen Lösungen finden. Die Analyse beginnen wir quäntchen fast immer mit einem Workshop – am liebsten gemeinsam mit dem Kunden in unserem neuen Kreativraum ab+zu. Dank des neuen Workshop-Koffers können wir unsere Kreativtechniken jetzt auch mobil einsetzen.

Was gehört in einen Workshop-Koffer?

Persona – Stellvertreter unserer Zielgruppen

Unser Ziel ist es, nutzerzentriert – und nicht organisationszentriert – zu planen und zu gestalten. Die Entwicklung von Personas hilft Konzeptern und Designern, Zielgruppen besser zu verstehen und sich in sie hineinzuversetzen.

Personas sind individuelle und so konkret wie möglich beschriebene Vertreter der Zielgruppe. Meist sind drei bis vier fiktive Charaktere ausreichend, um die verschiedenen Zielgruppen abdecken und ihre Anforderungen bestimmen zu können.

Jede Persona bekommt einen konkreten Namen, Alter und Familienstand. Je besser wir uns ihre Lebens- und Arbeitswelt vorstellen können, desto besser können wir die Nutzerperspektive einnehemen.

Was fährt diese Person zum Beispiel für ein Auto? Wie wohnt sie? Welche Blogs, Zeitungen oder Zeitschriften liest sie?

All das sind wertvolle Informationen, die uns helfen das Produkt nutzerzentriert zu gestalten. Personas erarbeiten wir übrigens nicht nur für Website-Konzepte, sondern auch für Social-Media-Strategien oder Event-Konzepte.

User Story: Wie wird das Produkt genutzt?

Sind die Zielgruppen definiert, werden im nächsten Schritt die konkreten Anforderungen an das Produkt formuliert: Welche Informationen erwartet der Nutzer auf der Startseite? Was wünscht sich ein Bewerber von einer Karriere-Seite?

User Stories sind kurz und prägnant. Pointiert werden die Bedürfnisse der Nutzer verschriftlicht. Das Schema ist bei jeder Story dasselbe: „Als <Rolle> möchte ich <Ziel/Wunsch>, um <Nutzen>“. Festgehalten werden die User Stories auf kleinen Karten. Die räumliche Beschränkung geschieht bewusst: Reicht der Platz nicht aus, ist die Story zu groß.

Auf die User Stories kann im weiteren Projektverlauf immer wieder zurückgegriffen und überprüft werden: Passen Gestaltung, Nutzerführung, Klickwege und Funktionen zu den Zielgruppen und ihren Anforderungen?

Card Sorting: Menü, Naviagtionspunkte und Informationsstruktur entwickeln

Die Anforderungen sind definiert, doch wie erstellen wir jetzt eine sinnvolle Menüstruktur?

Bei den meisten Website-Projekte finden wir eine über viele Jahre gewachsene Navigationsstruktur vor, die verschlankt und optimiert werden muss. Bei dieser Optimierung hilft das Card Sorting.

Jeder Navigationspunkte wird auf eine Karten notiert. Anschließend clustern und hierarchisieren wir die Karten und entwickeln eine passende Sitemap. Ein Bewertungssystem hilft dabei Navigationspunkte zu streichen, zu optimieren oder zu übernehmen.

Paper Prototyping: Ideen schnell und einfach testen

Bevor wir Konzepte digital ausarbeiten, wird – ganz analog – mit Bleistift, Filzstift und Marker auf Papier gescribbelt. Smartphones und Tablets aus Pappe, sowie Wireframes aus Papier helfen uns dabei, Ideen schnell sichtbar zu machen und gegebenenfalls ebenso schnell wieder zu verwerfen. Gemeinsam können verschiedene Versionen ausprobiert, und schnell und kostengünstig Interaktionen simuliert werden.

Und ihr so?

Welche Methoden benutzt ihr in der Konzeptionsphase in euren Workshops? Was fehlt noch in unserem Köfferchen? Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Paper Prototyping und User Stories gemacht? Wir freuen uns auf Erfahrungsaustausch zum Beispiel beim nächsten Usability Testessen oder in den Kommentaren. Gerne könnt ihr auch unsere Vorlagen runterladen und selbst testen.

Unsere Workshop-Vorlagen* zum Runterladen

* Alle Workshop-Vorlagen veröffentlicht unter der Creative-Commons-Lizenz Attribution-NoDerivatives 4.0 International (CC BY-ND 4.0)

Literaturtipp:

Noch mehr Anregungen für die Konzeption von digitalen Markenerlebnissen bietet das lesenswerte Buch Branded Interactions von Marco Spies, erschienen im Verlag Hermann Schmidt Mainz.

Tobias Reitz

Über den Autor

Tobias Reitz

Stünden auf Tobias Reitz Visitenkarte all seine Jobs und Titel, bräuchte sie ein Sonderformat: Er ist immer da, wo gute Ideen gebraucht werden. Während des Online-Jornalismus-Studiums am Mediencampus gründete er erst den sagenumwobenen darmspiegel-Verlag, dann quäntchen+glück. Er veranstaltete die klimaneutrale Organic Disco und organisiert mit Freunden und Kollegen den Darmstädter Webmontag und das Usability Testessen. Anfang 2016 kam das Großprojekt „Sohn“ dazu, seitdem passiert der Rest in Teilzeit.

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