VON Philipp Hormel ZU Allgemein | 03.08.2016
SCHLAGWÖRTER

Warum wir keine vorgefertigen Wordpress-Themes verwenden.

Komme, was da wolle.

Da gibt es doch schon was.”  Nicht selten kommen Kunden mit dem Wunsch zu uns, für ihre neue Website ein bestehendes WordPress-Theme an ihre Vorstellungen anzupassen. Meist in der Annahme, Kosten bei der Website-Entwicklung einsparen zu können. Was plausibel klingt, stellt sich im Nachhinein nicht nur als aufwändiger sondern auch als teurer heraus. Ein von Beginn an individuell für den Kunden entwickeltes Theme hat langfristig mehr Vor- als Nachteile seien es Benutzerfreundlichkeit, Kosten oder die präzise Zielgruppenansprache.

Was gewährt wird – Individualität.

Jede Marke hat ihren eigenen Charakter. Ein fertiges Theme mit fremdem Design kann einer Marke nicht gerecht werden. Sie wird in ein Korsett gepresst. Was sie ausmacht und definiert, geht verloren. Es entsteht ein Konflikt zwischen der Idee des Theme-Erstellers und der Idee der Marke. Doch nicht nur das: Im Extremfall nutzen rund 93.000 andere Websites dieser Welt dasselbe Theme.

Darstellung der Downloads pro Tag für ein vorgefertigtes Theme. Täglich wird ein WordPress-Theme bis zu 2.000x heruntergeladen.

Was es uns gibt – Möglichkeiten.

Fertige Themes sind in ihrem Funktionsumfang limitiert. Und ursprünglich nicht vorgesehene Funktionen lassen sich nur schwer integrieren. Seien es nur Schriftfarbe oder Schriftgröße, die sich an vielen Stellen nicht ändern lassen oder das starre, nicht anpassbare Layout. Schnell sind Grenzen erreicht: Oft gibt es bereits Probleme, wenn das Logo nur ein wenig kleiner oder größer erscheinen soll als vom Theme-Entwickler vorgesehen. Ein individuelles Theme hingegen berücksichtigt die tatsächlichen Bedürfnisse des Webauftritts und der Marke – nicht nur beim Design sondern auch bei der Funktionalität.

 

Was es bringt – Schnelligkeit.

Der Code eines „Fertig-Themes“ macht eine Website langsamer und schwerfälliger. Häufig werden Funktionen, Einstellungen, Anpassungen, Skripte oder Slider als Plugins mitgeliefert – Schnickschnack, der für den eigentlichen Zweck der neuen Site nicht nötig ist, die Ladezeiten verlängert, den Wartungsaufwand erhöht und die Sicherheit reduziert. Das Deaktivieren der Plugins kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Bei einer individuellen Site achten Profis auf die Ladezeitoptimierung, was eine große Rolle für die Suchmaschinenoptimierung spielt. Jede überflüssige Datei, die geladen werden muss, ist eine zusätzliche Anfrage an den Server, was die Ladezeit verlängert und die Nutzbarkeit der Seite einschränkt. Je kürzer also die Ladezeit, desto besser die Platzierung in den Suchmaschinen und die Auffindbarkeit der Seite.

 

Was es vereinfacht – Benutzung.

Mit dem Mehr an Möglichkeiten und den vielen Funktionen verschlechtert ein fertiges Theme auch die Benutzerfreundlichkeit im Backend. Wer nur mal schnell einen Text ändern möchte, kann auf der Suche nach der Stelle im Backend, wo das möglich ist, schnell verzweifeln.

Deshalb legen wir bei der Entwicklung neuer Websites nicht nur Wert auf gute Bedienbarkeit im Frontend durch die Website-Besucher, sondern auch auf die gute Bedienbarkeit durch Redakteure. 

Dafür haben wir eigene Erweiterungen für WordPress entwickelt, die es uns möglich machen, ein WordPress-Backend so umzugestalten, dass jeder Nutzer-Rolle so viele Funktionen wie nötig und so wenig wie möglich angezeigt werden. Einen Teil dieser Lösung – eine WordPress-Erweiterung, die es Redakteuren ermöglicht komplexe Seitenstrukturen ohne Programmierkenntnisse per Drag and Drop zu erstellen – haben wir als freie Software unter dem Namen Layotter veröffentlicht.

Darstellung eines Aufwand/Nutzungsdauer-Verlaufs.


Was der Nachgeschmack ist – Freiheit.

Man stelle sich vor, im Möbelhaus gäbe es eine Einbauküche im Sonderangebot – erster Gedanke: Günstig und hübsch. Gekauft. Geliefert. Leider stellt sich dann heraus, dass der Platz für die Spülmaschine nicht reicht, dass der Kühlschrank zu klein ist, dass das Fenster nicht mehr aufgeht. Kurz: Dass die ganze Küche hinten und vorne nicht richtig passt. Um sie doch noch passend zu machen braucht es viel Zeit und Handwerker – und plötzlich ist die neue Küche alles, nur kein Sonderangebot mehr.

So verhält es sich auch mit fertigen Themes und individuellen Themes. Ein individuelles Theme passt, performt und lässt sich langfristig weiterentwickeln.

Philipp Hormel

Über den Autor

Philipp Hormel

Als Diplom Media System Designer weiß Philipp genau, was es braucht, um Websites oder Apps umzusetzen. Sein Studiengang ist zwar seit langer Zeit ausgestorben, die erlernten Fähigkeiten jedoch so aktuell wie nie. Egal ob Navigationssysteme für blinde und sehbehinderte Menschen oder die Revolution der Mobilität: Philipp liebt es, Dinge neu zu gestalten und an die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer anzupassen. Er tut dies jetzt nicht nur bei quäntchen+glück, sondern auch alle zwei Monate beim Usability-Testessen.

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